< 23-05-2018 - 07:57

Drei Blue Hors Hengste vor├╝bergehend aus dem Deckeinsatz

Nachdem in diesem Frühjahr in USA mehrere Fohlen mit der seltenen, genetischen Erbkrankheit Warmblut-Fragiles-Fohlen-Syndrom (kurz: WFFS) geboren worden sind, haben wir von Blue Hors uns dazu entschieden, unsere aktiven Deckhengste auf das Gen testen zu lassen. Leider kam dabei heraus, dass drei unserer Hengste Träger des für WFFS verantwortlichen Gens sind.

Wir haben die Initiative ergriffen und alle unsere Hengste auf das WFFS-Gen testen lassen. Glücklicherweise, kam bei der Untersuchung heraus, dass das Ergebnis für Blue Hors Zackerey, Blue Hors Don Olymbrio, Blue Hors Farrell, Blue Hors Fifty Cent, Blue Hors Zack, Blue Hors Rockefeller und Blue Hors St. Schufro negative ist und diese somit keine Träger des WFFS-Gens sind.

Untersuchungen haben leider auch gezeigt, dass Blue Hors Londoner, Blue Hors Veneziano und Blue Hors Emilio das für WFFS verantwortliche Gen in sich tragen. Aufgrund dessen, haben wir beschlossen, die drei betroffenen Hengste zeitweilig aus dem Deckeinsatz zu nehmen. Aus den ersten Fohlenjahrgängen von Veneziano und dem ersten Jahrgang von Emilio, sind uns bei Blue Hors keine Fohlen bekannt, die mit dem Warmblut-Fraliges-Fohlen-Syndrom geboren worden sind.

„Züchtern, die bislang einen Hengst, der Träger des WFFS-Gens ist, für ihre Zucht genutzt haben, wird empfohlen, ihre Nachzucht auf das Gen testen zulassen, bevor diese in der Zucht eingesetzt werden. Da die Krankheit bereits kurz nach der Geburt der Fohlen zum Vorschein kommt, besteht kein Risiko für ältere Pferde im Sport eingesetzt zu werden“, sagt der Blue Hors Tierarzt Jesper Møller Nielsen.

Die Zuchtverbände haben bis jetzt noch kein Statement bezüglich der Erbkrankheit abgegeben und der Weltzuchtverband (WBFSH) hat angekündigt, dass dieses Thema bald Gegenstand der Tagesordnung sein wird. „Bis dahin scheint es das Sicherste zu sein, nicht mit Hengsten zu züchten, die Träger des WFFS-Gens sind“, so Tierarzt Jesper Møller Nielsen.

 

Was ist WFFS?

Bei Fohlen mit dem Warmblut-Fragiles-Fohlen-Syndrom besteht die Gefahr eines Aborts oder einer Frühgeburt. Nach der Geburt sind die Fohlen sehr schwach, unfähig zu stehen und/oder weisen Anomalien auf, besonders in der Haut, und müssen deshalb nur wenige Tage später eingeschläfert werden.

Diese Erbkrankheit wird durch eine Mutation auf dem Gens „Iysil hydroxylase“ verursacht. Übertragen wird die Krankheit nur, wenn beide Elternteile die Krankheit in ihrem Erbgut an das Fohlen weitergeben. Im Gegenzug kann ein Pferd, das das Gen nur von einem Elternteil übertragen bekommen hat, dieses Gen an seine Nachkommen weitervererben ohne selbst an WFFS erkrankt zu sein. Wenn Hengst und Stute beide Träger des Gens sind, besteht ein Risiko von 25%, dass bei dem Fohlen die Erbkrankheit ausbrechen wird. Die Chance, dass das Fohlen gesund und kein Träger des Gens ist, liegt ebenfalls bei 25% und mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% ist das Fohlen, wie die Elternteile auch, Träger des Gens, erkrankt allerdings nicht an WFFS. Im Fall, dass nur eins der Elternteile Träger des Gens für WFFS ist, wird bei keinem der Nachkommen die Krankheit ausbrechen, aber 50% der geborenen Fohlen werden wahrscheinlich das Gen geerbt haben.

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